Sven Wolf ist Projektleiter ServiceQualität Deutschland für Hessen

Januar 2010
ServiceQualität in Hessen

UnternehmenRegion-Partner Sven Wolf koordiniert das deutschlandweite System in Hessen für den Hessischen Tourismusverband und referierte in den den Destinationen des Landes über Qualitätsentwicklung im Tourismus. Zugleich ist er Dozent für ServiceQualität Deutschland Stufe I und Stufe II.

Wie kann ich neue Kunden gewinnen? Was macht unsere Gäste noch zufriedener? Wie binde ich meine Mitarbeiter in Verbesserungsprozesse ein? Antworten auf diese Fragen gibt die Initiative ServiceQualität Deutschland Unternehmen mit Kontakt zu Kunden und Gästen.

Alle scheinen sich dabei einig: „Qualität“ heißt das Schlüsselwort im Tourismus. Total Quality Management (TQM) ist in aller Munde. „Qualität vor Quantität“, „Qualitätsüberbietung statt Preisunterbietung“, „Qualitätsbewusstsein“, „Qualitätsoffensive“ – so lauten die Schlagworte. Werden jedoch die Forderungen hinterfragt, wird offensichtlich: Hinter dem Qualitätsanspruch steckt eine Vielzahl von Vorstellungen, was Qualität bedeutet, welche Zielvorstellungen es gibt und was Qualitätsmanagement bewirken soll.

„Produktqualität und Ausstattungsqualität werden heute als selbstverständlich vorausgesetzt. Daher wird „ServiceQualität“ immer bedeutsamer, weil nur durch eine exzellente „ServiceQualität“ Erlebnisse geschaffen werden können, mit denen Sie Ihre Kunden mindestens zufrieden stellen im Idealfall sogar begeistern können“ stellt Sven Wolf in den Vordergrund. Menschen, die Leistungen oder Produkte von außerordentlich hoher Qualität anbieten, haben eine gemeinsame Eigenschaft: Sie sind beseelt vom Bestreben, die Qualität permanent weiterzuentwickeln. Unaufhaltsam interessieren sie sich für die Gästezufriedenheit, veredeln ihre Führungsqualitäten, animieren ihre Mitarbeiter, vertiefen die Partnerschaften, fördern Innovationen und pflegen Details.

„ServiceQualität“ ist ganz besonders für den Tourismus in Deutschland von entscheidender Bedeutung. Viele Verantwortliche touristischer Betriebe und Organisationen, aber auch sehr viele Leistungsträger, die als Partner touristischer Betriebe für Kunden und Gäste arbeiten, haben erkannt, dass Qualität erkennbar und nachhaltig weiter entwickelt, vor allem aber abgesichert werden muss. Das Projekt „ServiceQualität Deutschland“ wendet sich ganz bewusst an alle Branchen, die mit Kunden zu tun haben und für deren künftige Entwicklung das Kundenverhalten die sicherste Existenzgrundlage und wichtigste Erfolgsgarantie bedeutet. Unverkennbar ist, dass der Tourismus davon ganz besonders betroffen ist, weil Menschen in Urlaubsstimmung mit deutlich größeren Erwartungen kommen und noch genauer und empfindsamer auf alle Reize reagieren.

Die Vorteile eines Qualitätsmanagementsystems sprechen für sich

Führende Unternehmen sehen im Qualitätsmanagement einen wesentlichen Faktor für ihren Erfolg. Zu recht, denn Kunden schauen nach wie vor auf Qualität und auf den Service. Doch die immer enger werdenden Märkte zwingen die Unternehmen dazu, eine ServiceQualität zu leben, die sie von ihren Wettbewerbern unterscheidet. Der Nutzen eines QMS entsteht aber nicht im Selbstlauf. Er resultiert daraus, dass das Managementsystem auf für das Unternehmen wichtige Schwerpunkte ausgerichtet wird. Dazu gehören Prozesse, Kunden, Produkte / Dienstleistungen und Innovationen. Je klarer die Schwerpunkte und Zielsetzungen, desto größer ist in der Regel der erreichte Nutzen. Die Zertifizierung ist dann die öffentliche Bestätigung dafür.

  • Effektive Arbeitsorganisation: Durch die Standardisierung und Regelung von Routinearbeitsprozessen entstehen eine erhöhte Transparenz und bessere Beherrschbarkeit mit der Folge erweiterter Freiräume für kreative Problemlösungen bei Projekten und nicht routineförmigen Aufgaben.
  • Wirtschaftlichkeit: Auf der Grundlage einer effektiveren Gestaltung der Arbeitsorganisation kann die Wirtschaftlichkeit des Handelns und die Qualität der Dienstleistung verbessert werden. Durch die Dokumentation der Prozesse (Was wird getan? Wie wird es getan?) entsteht auf der einen Seite zusätzlicher Aufwand. Auf der anderen Seite zeigt die bisherige Erfahrung, dass diese Dokumentation Voraussetzung dafür ist, Verbesserungspotentiale zu erkennen, Arbeitsverfahren zu vereinheitlichen und einen gewünschten Standard aufrechtzuerhalten.
  • Mitarbeiterorientierung: Mitarbeiter entwickeln das Qualitätsmanagement selbst und nicht externe Experten. Es steigt somit die Motivation der Mitarbeiter und die Akzeptanz der Arbeitsprozesse.
  • Kundenorientierung: Servicehaltung und -kompetenz bei den Mitarbeitern, systematisches Aufgreifen von Verbesserungsideen, deren Einarbeitung in das alltägliche Arbeitsgeschehen kommen Kunden zu Gute. Die Kundensicht in den Vordergrund stellen und die Kundenbindung erhöhen.
  • Auf Vorhandenem aufbauend: Viele Elemente des Qualitätsmanagements sind bereits vorhanden, werden aber durch das Qualitätsmanagementsystem koordiniert, regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

ServiceQualität besonders gut für kleinere und mittelständische Unternehmen geeignet

ServiceQualität Deutschland ist ein dreistufiges innerbetriebliches Qualitätsmanagement-system, um mittelständischen und kleinen Betrieben sowie Städten und Gemeinden zu helfen, die Qualität ihrer Dienstleistungen zu verbes­sern. „Es geht darum, genau die Qualitätsmanagementsys­teme einzuführen, die sonst nur in größeren Betrieben möglich sind. Bei der ServiceQualität Deutschland geht es nicht primär darum, den Servicegedanken am Eingang zu signalisieren. Ziel ist vielmehr, Kunden die ServiceQualität spürbar erleben zu lassen. Das angestrebte Zertifikat ist keineswegs nur ein weiteres Siegel, sondern es ist das erste Qualitätsmerkmal, das die Dienstleistungsqualität berücksichtigt“ sagt Sven Wolf.

Mit ServiceQualität Deutschland in Hessen kann jedes Unternehmen eine individuell zugeschnittene und leicht umzusetzende Servicestrategie entwickeln. Vorgesehen ist eine weitgehende Flexibilität bei der Umsetzung für die einzelnen Dienstleister. So können sich sämtliche Dienstleistungsunternehmen - vom Einzelhandel, Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben über Taxiunternehmen bis hin zu Kurverwaltungen oder Handwerksbetrieben und Kultureinrichtungen oder Kommunen - an den Schulungen und anschließender Zertifizierung beteiligen. In den branchenübergreifenden Seminaren werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschiedliche Sichtweisen vermittelt. Dies fördert die Kooperation zwischen einzelnen Unternehmen aus gleichen oder anderen Bereichen. Zertifiziert werden sie dafür mit dem Siegel des Qualitätsmanagementsystems der „ServiceQualität Deutschland“.

Das Projekt umfasst drei Stufen: Die Stufe I konzentriert sich auf der Basis der Selbsteinschätzung auf die Weiterentwicklung der im Betrieb bereits erreichten „ServiceQualität“. Die Stufe II zielt auf eine Bewertung der Führungsqualität und der Dienstleistungsqualität ab und zeigt Wege auf, diese gegebenenfalls zu verbessern. Die Stufe III strebt dann ein umfassendes Qualitätsmanagement für den gesamten Betrieb an. Dementsprechend umfasst die Stufe I Instrumente zur Qualitätsentwicklung im Betrieb, beinhaltet die systematische Messung der gebotenen Qualität und bietet Instrumente, welche die erzielten Qualitätsgewinne sichern helfen. In der Stufe II wird die Qualität in den Betrieben aus der Sicht der Führungskräfte, der Mitarbeiter, der Kunden und einer unabhängigen Mystery Person beurteilt. Hier sind die Stichworte für die Verbesserung der „ServiceQualität“: Qualitäts-Bewertung, Qualitäts-Beurteilung und Qualitäts-Sicherung.

Vom Blickwinkel des regionalen Tourismusmanagements ist das System noch anspruchsvoller, denn hier soll dem Gast / Kunden ein rundum zufriedener Aufenthalt beschert werden. Und dazu muss die gesamte Erlebniskette aller Kundenkontaktpunkte in der Kommune oder Region stimmen. Es kommt nicht allein auf die gute Qualität der Unterkunft oder eines bestimmten Geschäfts an, da der Gast sein Reiseziel ganzheitlich wahrnimmt. Das fängt bei der Suche im Internet oder der Prospektanforderung an, beinhaltet die Anreise, die Sport- und Gesundheits-, Einkaufs- und Kulturmöglichkeiten am Urlaubsort sowie Beschwerdemanagement und After Sales Services. Hierfür hat die UnternehmenRegion Kommunalberatung als Qualitätscheck den regionalen „Tourismus-TÜV“ entwickelt, mit dem verschiedene Tourismusthemen von Destinationen und deren Angebotsinszenierung aus der praktischen Erlebnisperspektive der Kundensicht zielgruppenspezifisch analysiert und bewertet werden. Auf dieser Grundlage werden dann für die aus Sicht des Kunden an der Erlebniskette beteiligten Leistungsträger konkrete Maßnahmen empfohlen.

Die Federführung von ServiceQualität Deutschland in Hessen hat der Hessische Tourismusverband e.V. übernommen. 

Weitere Träger sind die IHK Arbeitsgemeinschaft Hessen, der DEHOGA Hessen, der Hessische Heilbäderverband und die HA Hessen Agentur GmbH.

Der Tourismus-TÜV für ist ein Projekt der UnternehmenRegion Kommunalberatung.